HOPPE AKTUELL


Felicitas Hoppe erhält den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor

„Kröne dich selbst – sonst krönt dich keiner!“, sagt Felicitas Hoppe. Am 17. Juli 2021 wurde die Schriftstellerin nun aber mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor unter Corona-Bedingungen gekrönt. Der Preis, bestehend aus 10.000 Euro und einer Bronze-Skulptur der Bildhauerin E.R. Nele, wurde statt im Kasseler Rathaus ausnahmsweise in der Grimmwelt Kassel in einem kleinen Kreis geladener Gäste verliehen. Zugleich erhielt der Schweizer Autor und Dramatiker Lukas Linder den Förderpreis Komische Literatur in Höhe von 3000 Euro. Vorgeschlagen von seinem Verlag Kein & Aber aus Zürich, hatte er sich gegenüber Nominierungen von knapp 40 Verlagen durchgesetzt.

Oberbürgermeister Christian Geselle hob in seiner Ansprache hervor, wie wichtig es sei, dass die gemeinsam von der Stadt Kassel und der Stiftung Brückner-Kühner vergebene Auszeichnung trotz widriger Umstände öffentlich und würdig verliehen werde. Den Gründern der Stiftung, dem Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner, die in diesem Jahr beide 100 Jahre alt geworden wären, sei die Stadt zu stetem Dank verpflichtet und ehre sie.

Stiftungsrätin Friederike Emmerling betonte, der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor zähle wie wenige andere zu den bedeutenden unter den über 1000 jährlich vergebenen Literaturpreisen und mehre wie auch die weitere Arbeit der Stiftung Brückner-Kühner das Ansehen Kassels als Kulturstadt weit über deren Grenzen hinaus.

Die Lobrede für Felicitas Hoppe hielt der Berliner Germanist Prof. Dr. Steffen Martus:

„Nur, weil es kein ideales Leben gibt, wie Felicitas Hoppe sagt“, heißt es in der Laudatio von Steffen Martus, „benötigen wir Literatur, nur weil in der Welt die Gegensätze aufeinander angewiesen sind, nur weil die Welt also konstitutiv grotesk ist und weil es sich um eine humorbedürftige Welt handelt.“ Literatur sei ein Akt der Selbstbehauptung und darin liege auch das Märchenhafte von Felicitas Hoppes Erzählkunst des feinen Humors.

 

Begründung des Stiftungsrates vom 03.09.2020

„Felicitas Hoppes einzigartigem und vielfältigem Oeuvre liegt auf allen Ebenen des Schreibens Humor als Haltung zur Welt und als Quelle literarischer Einbildungskraft zugrunde. Ihre faszinierende poetische Beweglichkeit hat sagen- und märchenhaft verdichtete Geschichten hervorgebracht, die von „Picknick der Friseure“ bis „Prawda“ reichen. Gelehrt und vergnüglich werden dabei viele volkstümliche und hochliterarische Traditionen eingeflochten und fortgesponnen. So wird erzählt und zugleich gewitzt gezeigt, wie Erzählen vor sich geht. Komik ist dabei Mittel zur Distanzierung wie zum Lustgewinn, fein dosiert und doch reichhaltig eingesetzt, ob nun als ironische Metafiktion, als Sprach-, Figuren- oder Situationskomik oder auch bloß als Kalauer. Das Grotesk-Komische und mit ihm Verfremdung und Verrätselung bescheren dem Lesepublikum eine entschleierte und erfrischte Wahrnehmung, ein waches Staunen bei der Erkundung von Fiktionen und Wahrheiten: Der groteske Humor von Felicitas Hoppes Sprachkunst eröffnet auf ausgesprochen zugewandte Weise einen neuen Zugang zur Lebenskunst.“

Quelle: Stiftung Brückner-Kühner

 

 


Felicitas Hoppe beim Literaricum Lech

Über Autoren als Hofnarren, Pinocchio und ihr neues Nibelungen-Buch: Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe im „Presse“-Gespräch mit Anne-Catherine Simon (PDF).

Quelle: Die Presse


Kurt Marti zum 100sten Geburtstag

Am 06.06.2021 hielt Felicitas Hoppe zum 100sten Geburtstag von Kurt Marti die Kanzelrede - MIT UNS DIE TIERE - in der Nydeggkirche Bern.

 


Das ganze Licht ist nicht für euch allein da

01.06.2021 / Felicitas Hoppe, die 2006 ihren Roman Johanna  im S. Fischer Verlag veröffentlichte, bespricht in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung Gerd Krumeichs "Jeanne d'Arc":

Johanna von Orléans bleibt ein Problem für die Geschichtsschreibung: Wie sich nicht von ihrem Charisma vereinnahmen lassen und trotzdem ihr Geheimnis ergründen? Gerd Krumeich versucht es mit einer Biografie.

Ihr Auftritt ist nach wie vor unschlagbar groß: Als "Seherin, Kriegerin, Heilige" - hoch zu Ross und mit jener blauen Fahne versehen, die ihr, eigenen Aussagen zufolge, "hundert mal lieber (war) als das Schwert" - wird Jeanne d'Arc auf dem Umschlag von Gerd Krumeichs jüngst erschienener Biografie nicht nur angekündigt, sondern buchstäblich beworben ... Link

 


Ich bin eine fremdbestimmte Reisende

22.04.2021 / Felicitas Hoppe im Interview mit Patrick Bauer im Magazin der Süddeutschen Zeitung.

Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe ist eigentlich immer in Bewegung. Nun sitzt sie seit einem Jahr in Berlin am Schreibtisch – und muss lernen, auch ohne Reisen zu schreiben. Link


Wer hat Angst vor Dr. Seuss ?

06.03.2021 / "Die Bücher des berühmtesten amerikanischen Kinderbuchators, Dr. Seuss, sind bis heute Weltbestseller. Nun werden, wie Dr. Seuss Enterprises mitteilt, sechs von ihnen aus dem Programm genommen, weil 'diese Bücher Menschen auf eine Weise darstellen, die verletzend und falsch ist.'

Felicitas Hoppe als Seuss-Übersetzerin hat sich dazu am 05.03.2021 im DLF KULTUR geäußert."


Felicitas Hoppe zur FREEDOM FROM FEAR

04.03.2021 / „Freedom from Fear“ (Angstfreiheit) gehörte zu jenen vier Grundfreiheiten, die  Präsident Franklin D. Roosevelt, am 4.3.1933 ins Amt gewählt, im Jahr 1941 für alle Menschen deklarierte: Sie sollten Meinungs- und Glaubensfreiheit genießen und frei von Armut und eben Angst sein. In den damaligen Kriegszeiten klang das utopisch.

1948 aber gingen diese vier Freiheiten in die UN-Menschenrechtscharta ein; mit der Umsetzung hapert es bis heute. Und in gewisser Weise umfasst die Angstfreiheit alle anderen Freiheiten. Deshalb steht sie im Mittelpunkt der Aussagen von vierzehn internationalen Intellektuellen, die in ihren als „transatlatischer Dialog“ konzipierten Videobeiträgen erzählen, was ihnen Angstfreiheit bedeutet, darunter Peter Sellars,  Sasha Waltz, Sam Durant, Rosa Barba und Mohamed Amjahid.

Den Auftakt macht auf der Youtube-Seite des Thomas Mann House die Berliner Schriftstellerin Felicitas Hoppe, die in ihrem Filmbeitrag auch Auskunft gibt über ihr derzeit in Arbeit befindliches Projekt einer Nacherzählung des Nibelungenlieds (einer fürwahr angstgesättigten Geschichte), wozu sie Zeichnungen ihres Kollegen Karlheinz Koinegg zeigt, der auf ebenso witzige Weise wie Hoppe selbst die Arbeitsumstände und Selbstbefragungen der Schriftstellerin illustriert hat.

Und wer am Donnerstagabend (04.03.2021) oder an den folgenden zehn Tagen am Maxim-Gorki-Theater in Berlin vorbeikommt, kann dort auf der Fassade der Studiobühne diesen Film und noch fünf weitere Teile der Videoreihe sehen, die dort projiziert werden.

Quelle: Andreas Platthaus / FAZ / 02.03.2021